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Passau (AFP) - Nach dem Spitzentreffen der Bundesregierung mit Wirtschaftsverbänden hat die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel erneut vor einer Gefahr für den Aufschwung durch zu zögerliche Kreditvergabe gewarnt. Die Banken beurteilten Kreditanfragen viel zu pauschal, kritisierte die Grünen-Politikerin im Interview mit der "Passauer Neuen Presse" (Freitagsausgabe). "Jede Firma aus dem Bereich Automobilzulieferung gilt beispielsweise als risikobehaftet und hat es schwer an Geld zu kommen", sagte Scheel. Es sei Aufgabe der Banken vor Ort, Firmen nicht einfach als riskant einzustufen, weil sie zu einer Krisenbranche gehören. "Jedes einzelne Unternehmen muss man sich genau anschauen."
Sydney (AFP) - In Japan ist ein Tierschützer festgenommen worden, der vor knapp vier Wochen die japanische Walfangflotte auf spektakuläre Weise mit einem Jetski angegriffen hatte. Dem Neuseeländer Pete Bethunse werde vorgeworfen, sich illegal an Bord eines der Schiffe begeben zu haben, teilte der japanische Grenzschutz in Tokio am Freitag mit. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Haft.
New York (AFP) - Mehr als 10.000 Menschen, die seit den Rettungs- und Aufräumarbeiten nach dem 11. September 2001 in New York mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, sollen entschädigt werden. Die Feuerwehrleute, Polizisten oder Bauarbeiter, die nach dem Einsturz des World Trade Centers (WTC) giftigen Stoffen und Unmengen von Staub ausgesetzt waren, könnten insgesamt 657 Millionen Dollar (gut 480 Millionen Euro) an Ausgleichszahlungen erhalten, teilte der Versicherer WTC Captive am Donnerstag (Ortszeit) mit.
Berlin (AFP) - Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat das Konzept der zwei Runden Tische zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche verteidigt. Es sei wichtig, sowohl über Prävention als auch über eine mögliche Entschädigung von Opfern zu sprechen, sagte die Ministerin am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Der von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (beide CDU) einberufene Runde Tisch befasse sich nicht damit, was für Missbrauchsopfer getan werden könne. Sie berufe ihren Runden Tisch ein, um gerade dort, wo "wegen eingetretener Verjährungsfrist strafrechtlich nichts mehr passieren" könne, den Opfern ein Gerechtigkeitsgefühl zu vermitteln, sagte die Justizministerin.
Madrid (AFP) - In Portugal ist ein mutmaßliches Mitglied der baskischen Untergrundorganisation ETA laut einem Medienbericht vor dem Abflug nach Venezuela festgenommen worden. Der seit Februar flüchtige Andoni Zengotitabengoa sei auf dem Flughafen von Lissabon gefasst worden, berichtete die spanische Zeitung "El Mundo" am Freitag auf ihrer Internetseite. Demnach wollte der 30-Jährige ein Flugzeug in die venezolanische Hauptstadt Caracas besteigen und soll bei der Ausweiskontrolle einen falschen mexikanischen Pass vorgelegt haben. In Spanien gab es in jüngster Zeit wiederholt Mutmaßungen über mögliche Unterstützung für ETA-Mitglieder in Venezuela.
München (AFP) - Vor dem Treffen der großen muslimischen Verbände hat Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) Kompromissbereitschaft im Streit um die Neuordnung des Gremiums signalisiert. In den Beratungen könnten Themen wie Rassismus und Islamophobie "durchaus Platz finden", sagte de Maiziere der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe) und kam den Verbänden damit bei deren Kritik an seiner Schwerpunktsetzung entgegen. Der Zentralrat der Muslime hatte bemängelt, diese Themen seien in de Maizieres Konzept nicht einmal erwähnt worden.
Gaza (AFP) - Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach Augenzeugenberichten in der Nacht zum Freitag mehrere Palästinenser verletzt worden. Wie die israelische Armee mitteilte, beschossen Kampfflugzeuge zwei Ziele im Süden des Gazastreifens, nachdem von dort zuvor eine Rakete auf einen Kibbuz im Süden Israels abgefeuert worden sei. Augenzeugen berichteten von mehreren Verletzten, konnten zunächst aber keine näheren Angaben zum Zustand der Opfer machen.
Berlin (AFP) - Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin ist von seinem Herzinfarkt Ende Januar offenbar gut genesen. Trittin habe sich von den Folgen des Infarkts gut erholt, sagte Grünen-Sprecher Michael Schroeren der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe). Der 55-Jährige sei inzwischen aus der Rehabilitationsklinik, in der er sich in den letzten Wochen aufgehalten hatte, nach Hause zurück gekehrt. Wenn seine Genesung weiter so gut voran schreite, soll Trittin dem Bericht zufolge ab Mitte April wieder Termine wahrnehmen können.
Constitución (AFP) - Wenige Stunden nach seiner Amtseinführung ist der neue chilenische Präsident Sebastián Piñera in das von dem Erdbeben vor zwei Wochen schwer getroffene Küstengebiet gereist. In der Stadt Constitución kündigte der 60-Jährige am Donnerstag (Ortszeit) eine Soforthilfe von umgerechnet knapp 60 Euro für 4,2 Millionen bedürftige Kinder an. Ein entsprechendes Gesetz, dass er schon im Wahlkampf versprochen hatte, solle noch am Freitag auf den Weg gebracht werden, sagte Piñera.
Hamburg (AFP) - Trotz Kritik hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) seine Pläne für einen Europäischen Währungsfonds (EWF) für hochverschuldete Euro-Staaten konkretisiert. "An Euro-Mitgliedstaaten könnten von einem 'Europäischen Währungsfonds' Notliquiditätshilfen gewährt werden, um die Gefahr von Zahlungsausfällen einzudämmen", schreibt Schäuble in einem Gastbeitrag für die "Financial Times Deutschland" (Freitagsausgabe). Diese Finanzhilfen sollten aber auf "unvermeidbare Notfälle" begrenzt werden, "die eine Gefahr für die Finanzstabilität des gesamten Euro-Raumes darstellen". "Hilfen müssen ultima ratio sein.". Deshalb dürften sie nur unter strikten Auflagen zugelassen werden.
Washington (AFP) - Vier Monate nach seiner Ehrung mit dem Friedensnobelpreis hat US-Präsident Barack Obama das Preisgeld in Höhe von 1,4 Millionen Dollar wie angekündigt an mehrere Hilfsorganisationen gespendet. Mit 250.000 Dollar sei der höchste Betrag an die US-Nichtregierungsorganisation (NGO) "Fisher House" gegangen, die Familien beherbergt, deren Angehörige in Militärkrankenhäusern behandelt werden, teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit. 200.000 Dollar kommen demnach der von Obamas Vorgängern George W. Bush und Bill Clinton eingerichteten Stiftung für Erdbebenopfer in Haiti zugute.
Paris (AFP) - Eine Gruppe iranischer Bloggerinnen ist für ihre Berichterstattung über die Unruhen nach der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr ausgezeichnet worden. Die Online-Journalistinnen des Frauenrechtsblogs we-change.org erhielten am Donnerstag den Preis "Net Citizen", der von der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) und dem Internet-Konzern Google ausgelobt wurde. Die Bloggerinnen hätten der Welt gezeigt, wie die iranische Bevölkerung in den vergangenen Monaten unter "Machtmissbrauch" gelitten habe, hieß es in der Begründung für die Preisverleihung.
Den Haag (AFP) - Kunstliebhaber können die Restauration eines Gemäldes des niederländischen Malers Vincent van Gogh bald Schritt für Schritt im Internet verfolgen. Nach Beginn der Arbeiten am Werk "Das Schlafzimmer" sollen wöchentlich neue Fotos und Videos im Blog www.vangoghmuseum.com/bedroomsecrets veröffentlicht werden, teilte das Van-Gogh-Museum in Amsterdam am Donnerstag mit. Es sei das erste Mal, dass die Öffentlichkeit auf diese Weise an einer Gemälde-Restauration teilhaben könne, erklärte Museumsleiter Axel Rüger.
Havanna (AFP) - Der seit zwei Wochen hungerstreikende kubanische Regierungskritiker Guillermo Fariñas hat am Donnerstag das Bewusstsein verloren und ist ins Krankenhaus eingeliefert worden. Fariñas' "Sprecherin" Lisset Zamora sagte in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP, der 48-jährige Psychologe und Internet-Blogger sei von seinem Haus in der zentralkubanischen Stadt Santa Clara zur Intensivstation des dortigen Provinzkrankenhauses gebracht worden.
Stockholm/Ankara (AFP) - Gegen den Willen der Regierung hat das schwedische Parlament das Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als "Völkermord" bezeichnet. Die Abgeordneten nahmen am Donnerstag einen entsprechenden Antrag der linken Opposition überraschend mit der Mehrheit von einer Stimme an. Aus dem Regierungslager kamen demnach mindestens vier Stimmen. Die Abstimmung ändere nichts an der Haltung seiner Regierung zur Türkei, erklärte Außenminister Carl Bildt umgehend. Stockholm unterstützt die Beitrittsbemühungen Ankaras zur Europäischen Union.
Brüssel (AFP) - Eine muslimische Lehrerin für Mathematik und Physik darf in einer Schule der südbelgischen Stadt Charleroi mit Kopftuch unterrichten. Die Frau gewann ein entsprechendes Gerichtsverfahren in zweiter Instanz, wie der Radiosender RTBF am Donnerstag berichtete. Die Lehrerin hatte bereits seit zweieinhalb Jahren mit Kopftuch gearbeitet, als die Schulleitung sie aufforderte, das Kopftuch abzulegen. In erster Instanz gab das Gericht in Charleroi der Schulleitung Recht. Das Urteil verwies dabei auf ein Dekret zur "Neutralität" der Französischen Gemeinde Belgiens verwiesen, die für den französischsprachigen Unterricht in Wallonien und Brüssel zuständig ist.
Mexiko-Stadt (AFP) - Erstmals haben sich in Lateinamerika zwei Frauen das Ja-Wort gegeben. "Ja, das ist mein Wille", sagte die Mexikanerin Lol Kin Castañeda am Donnerstag auf die Frage eines Richters in Mexiko-Stadt, ob sie ihre Partnerin Judith Vázquez heiraten wolle. Diese Möglichkeit war am 21. Dezember durch den Stadtrat eingeführt worden - abweichend vom landesweit geltenden Standard einer Ehe zwischen Mann und Frau. In Argentinien hatten Ende des Jahres erstmals zwei Männer den Bund fürs Leben geschlossen.
Washington (AFP) - Ein Mann in den USA muss für ein Jahr ins Gefängnis, weil er seine Frau ohne deren Wissen nackt im Bad gefilmt hat. Richard Perez aus dem Bundesstaat Minnesota muss die Haftstrafe antreten, nachdem ein Berufungsgericht seinen Einspruch gegen die Verurteilung nach Justizangaben vom Donnerstag zurückgewiesen hatte. Perez hatte seine Frau dem Gericht zufolge mehrfach durch ein Loch in der Badezimmerwand gefilmt. Die Aktion flog auf, als die Frau Nacktaufnahmen von sich selbst auf dem Familiencomputer fand und die Polizei informierte. Die Ehe war nach Angaben der Frau ohnehin zerrüttet, eine Scheidung war geplant.
Nikosia (AFP) - Nach dem Wiederauftauchen seiner Leiche ist der frühere Präsident von Zypern, Tassos Papadopoulos, erneut beigesetzt worden. An der Zeremonie auf dem kleinen Friedhof von Deftera am Stadtrand von Nikosia nahmen am Donnerstag mehrere hundert Menschen teil, darunter auch führende Politiker des Landes. Seine Familie habe nach drei Monate langem Leiden ihren Frieden wiedergefunden, sagte Papadopoulos' Sohn Nikolaos zum Abschluss der Bestattung.
Port-au-Prince (AFP) - Zwei Erdbeben-Helferinnen in Haiti sind von Entführern mehrere Tage lang festgehalten und am Donnerstag wieder freigelassen worden. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen gab die Entführung erst im Nachhinein bekannt und wollte sich nicht zur Nationalität der beiden Frauen äußern. Sie waren den Angaben zufolge am Freitag im Stadtteil Petionville der Hauptstadt Port-au-Prince entführt worden. Es war die erste Entführung ausländischer Helfer seit dem Erdbeben vom 12. Januar, durch das in Haiti mehr als 220.000 Menschen ums Leben kamen. Nach Berichten Schweizer Medien soll es sich bei den Entführten um Schweizerinnen handeln.
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