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Dutzende Tote bei Armee-Angriff auf syrische Stadt Homs

02/07 | 08:05 GMT

In Syrien sind Aktivisten zufolge erneut fast 100 Zivilisten bei Angriffen der Armee ums Leben gekommen, allein der Stadt Homs habe es 69 Tote gegeben. Russlands Außenminister Lawrow will heute Damaskus besuchen und dort "auf Reformen dringen".

Youtube-Bilder von Leichen in Homs

Moskau (AFP) - Bei der politisch motivierten Gewalt in Syrien sind nach Informationen von Menschenrechtlern am Montag fast hundert Menschen getötet worden. Allein beim Bombardement der Rebellenhochburg Homs durch die Armee kamen 69 Zivilisten ums Leben, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Russlands Außenminister Sergej Lawrow wird heute zu Gesprächen in Damaskus erwartet. Moskau hatte eine Verurteilung der syrischen Führung im UN-Sicherheitsrat bislang vereitelt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich entsetzt von der Gewalt in dem Land.

Protest in Syrien unter anderem gegen Russland

Neben den 69 Toten in der Stadt Homs wurden 13 Zivilisten in der Provinz Idleb im Nordwesten des Landes getötet und 15 in der Provinz um die Hauptstadt Damaskus, berichten die Menschenrechtsaktivisten. Demnach waren auch noch am Morgen in Homs Explosionen von Granaten zu hören. Ein Einwohner des Viertels Baba Amro sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, der Beschuss habe die ganze Nacht nicht aufgehört. Alle fünf Minuten seien rund vier Explosionen zu hören. Wegen der Scharfschützen wage niemand, vor die Tür zu gehen.

Lawrow soll in Damaskus nach Angaben seines Ministeriums Staatschef Baschar al-Assad treffen und auf "notwendige demokratische Reformen" dringen. Mit ihm reist der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes, Michail Fradkow. Russland und China hatten am Samstag mit ihrem Veto eine Verurteilung der Gewalt in Syrien durch den UN-Sicherheitsrat verhindert und waren dafür scharf kritisiert worden.

Gewalt in Syrien

Es war bereits das zweite Mal, dass beide Staaten ein Veto gegen eine Syrien-Resolution einlegten. Sowohl Moskau als auch Peking unterhalten enge Beziehungen zur Regierung in Damaskus.

Das US-Außenministerium erklärte, dass alle Mitarbeiter der diplomatischen Vertretung aus Sicherheitsgründen das Land verlassen hätten. Demnach schürte "der jüngste Anstieg der Gewalt" mit Bombenanschlägen in Damaskus Befürchtungen, dass die Botschaft nicht ausreichend gegen einen "möglichen bewaffneten Angriff" geschützt sei. Großbritannien rief seinen Botschafter "für Beratungen" nach London zurück. Die deutsche Botschaft ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes noch geöffnet, das Personal aber "stark ausgedünnt".

Die Gewalt gegen Zivilisten sei "für die Menschheit absolut nicht hinnehmbar", erklärte Ban. Die Tatsache, dass der UN-Sicherheitsrat bislang keine Einigkeit über eine Resolution zur Syrien-Krise gefunden habe, gebe den syrischen Behörden keinen Freibrief dafür, ihre Angriffe auf die Bevölkerung zu verstärken, betonte der UN-Generalsekretär. Keine Regierung könne derart gegen ihre Bevölkerung vorgehen, ohne ihre Legitimität zu untergraben.

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