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Wulff wegen Einladung zu Hotelaufenthalt unter Druck

02/08 | 15:33 GMT

Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft neue Vorwürfe gegen Bundespräsident Christian Wulff im Zusammenhang mit einem Aufenthalt in einem Sylter Hotel im Herbst 2007. Über seinen Anwalt ließ Wulff die neuen Vorwürfe zurückweisen.

Neue Vorwürfe gegen Bundespräsident Wulff

Berlin (AFP) - Bundespräsident Christian Wulff hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe sich von einem befreundeten Unternehmer 2007 einen Sylt-Aufenthalt finanzieren lassen. Wulff habe das Wochenende in dem Hotel auf Sylt "in voller Höhe selbst bezahlt", erklärte Wulffs Anwalt Gernot Lehr in Bonn. Die Staatsanwaltschaft Hannover kündigte an, sich mit dem Vorgang zu befassen.

Laut "Bild"-Zeitung hatte sich Wulff vom 31. Oktober bis 3. November 2007 von dem befreundeten Filmunternehmer David Groenewold den Hotelaufenthalt buchen und bezahlen lassen. Der Preis für die Suite auf Sylt habe 258 Euro pro Nacht betragen. Groenewold habe dann vor knapp drei Wochen versucht, alle existierenden Unterlagen darüber an sich zu bringen - offenbar um die Einladung zu vertuschen, wie das Blatt schreibt.

Dem "Bild"-Bericht zufolge rief Groenewold vor kurzem in dem Hotel an und bat die Hotelangestellten zu Stillschweigen über den Vorgang. Wenige Tage nach seinem Anruf sei Groenewold persönlich im Hotel erschienen und habe sich von Hotelmitarbeitern alle relevanten Rechnungen und Belege aushändigen lassen. Wulff habe davon keine Kenntnis, hieß es in der Erklärung seines Anwalts weiter. Er "hielte eine solche Vorgehensweise in jeder Hinsicht für falsch".

Lehr erklärte zu den Vorwürfen, Groenewold habe das Pauschalangebot zwar gebucht und dabei die Zimmerkosten bezahlt. Wulff habe diese dann aber "in bar im Hotel beim Auschecken" erstattet. Es handele sich "um einen längst bekannten Sachverhalt". Die Berichterstattung sei ein weiterer Versuch, Wulffs Ansehen "nachhaltig zu beschädigen". Auch die "Bild"-Zeitung hatte auf die Angaben von Wulffs Anwalt verwiesen, wonach Wulff die Hotelkosten erstattete.

Die Staatsanwaltschaft Hannover will sich Vorgang nach eigenen Angaben mit dem Vorgang befassen. "Wir machen uns Gedanken, ob das eine Bedeutung hat", sagte ein Sprecher der Behörde. Das gelte ausdrücklich auch für den Vorwurf, Groenewold habe vor knapp drei Wochen versucht, alle existierenden Unterlagen über die Hotelbuchung an sich zu bringen.

Grünen-Chefin Claudia Roth warf Wulff "Schnäppchenjägermentalität" vor. "Wir haben offensichtlich einen Bundespräsidenten, der eine Handkasse dabei hat", sagte sie dem Nachrichtensender N24. "Erst lässt er sich einladen, und dann zahlt er aber in bar." Das sei "eigentlich richtig furchtbar".

SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte vor Journalisten, er habe es nicht für möglich gehalten, dass Hotelaufenthalte und andere Gefälligkeiten "eine so prägende Rolle in der Politik spielen können". Dies sei nun "ein Fall für den Staatsanwalt".

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