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Bundesärztekammer und KBV warnen vor erheblichem Ärztemangel

09/03 | 13:37 GMT

Vor einem drohenden Ärztemangel haben Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gewarnt. Im Jahr 2020 dürfte es 7000 Hausärzte weniger geben, wie die beiden Organisationen unter Berufung auf eine neue Arztzahlstudie mitteilten.

Ärztliche Untersuchung

Berlin (AFP) - Vor einem drohenden Ärztemangel haben Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gewarnt. Im Jahr 2020 dürfte es bereits 7000 Hausärzte weniger geben, wie die beiden Organisationen in Berlin unter Berufung auf eine neue Arztzahlstudie mitteilten. KBV-Chef Andreas Köhler nannte die Zahl "alarmierend". Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, warnte vor einer "Wartelistemedizin". Schon jetzt seien in den Kliniken 5000 Stellen unbesetzt.

Die Ursache des wachsenden Ärztemangels hat der Untersuchung zufolge mehrere Ursachen und beginnt bereits nach dem Studium. Demnach meldeten sich zwischen 2003 und 2008 knapp 5900 Jungärzte nicht bei den Ärztekammern an. Sie arbeiteten entweder nicht als Arzt oder seien direkt nach dem Studium ins Ausland gegangen. "Das kann an der fehlenden Vereinbarkeit von Beruf und Familie liegen, daran müssen wir arbeiten", erklärte Köhler.

Prognose zur Zahl der Hausärzte bis 2020

Laut der Studie steigt der Frauenanteil unter den Ärzten weiter an. Weil Frauen sich aber auch mehr um ihre Familie kümmerten, arbeiten sie laut Montgomery weniger in ihrem Beruf als Männer. Vor diesem Hintergrund bedeute der Anstieg des Frauenanteils unter den Ärzten von 33,6 Prozent im Jahr 1991 auf 42,2 Prozent im Jahr 2009 "eine gewaltige Veränderung".

Einen großen Aderlass stellt den Angaben zufolge die Abwanderung von Ärzten ins Ausland dar: Allein 2009 kehrten rund 2500 Ärzte Deutschland den Rücken. Insgesamt seien derzeit rund 17.000 deutsche Ärzte im Ausland tätig. "Diese Mediziner fehlen uns hier. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen für Ärzte in Deutschland attraktiver werden", erklärte Köhler.

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